Licht macht sichtbar,
Grün macht lebendig
Anonymus
Hell gegen Grün – Was ist gesünder?
Gestern untersuchte ich die Wirkung der Aussicht aus einem Krankenzimmer auf den Heilungsverlauf bei frisch operierten Patienten. Die maßgebliche Arbeit hierzu von Ulrich hat die Situation zwischen der Aussicht auf eine Ziegelwand und auf die freie „Natur“ verglichen. Die Natur hat gesiegt.
Leider kann ich mir die Ziegelwand gut vorstellen, aber die “Natur” nicht. Bei manchen Studien bestand sie aus einer Parklandschaft, wie sie im Krankenhausbau über ein Jahrhundert realisiert wurde. Eine Gruppe der Cambridge University hat bei einer Studie die “Natur” etwas näher spezifiziert. Die Aussicht wurde als “grün” (Anteil des Grüns in der Aussicht) und “hell” differenziert. Hell bedeutete eine größere Beleuchtungsstärke des Lichts, das durch die Fenster erzeugt wurde.
Es wurden die Daten von 244 stationären Psychiatriepatienten (Durchschnittsalter 41,8 Jahre; SD = 11,8; 59,8 % weiblich, Aufenthaltsdauer zwischen 7 und 100 Tagen) untersucht, die zwischen Mai 2013 und Oktober 2018 mit affektiven Störungen aufgenommen worden waren. Die Aussicht aus dem Fenster wurde anhand von Bildern aus jedem Zimmer bewertet und in zwei Kategorien unterteilt: Bilder, die künstliche Objekte zeigen, und Bilder, die grüne Bäume zeigen. Der prozentuale Grünanteil in jedem Bild wurde ebenfalls berechnet und als Grünanteil der Aussicht ausgewiesen. Die Helligkeit wurde mit einem Luxmeter gemessen.
Beides, viel “Grün“ und viel „Hell“, führte zu einer Verkürzung der Therapie. Was aber sehr interessant ist, ist die Helligkeit in den Räumen: Wo viel Grün war, war es am dunkelsten.
Die Studie ist hier komplett zu lesen.
Mascherek A, Weber S, Riebandt K, et al. On the relation between a green and bright window view and length of hospital stay in affective disorders. European Psychiatry. 2022;65(1):e21. doi:10.1192/j.eurpsy.2022.9

