Inhalt
ToggleWas über Jahre in Einzelteilen wuchs,
findet heute in
einem großen Ganzen
seine Bestimmung.
Anonymus
Round-up für Lichtideen, kurzgefasst
Dieser Beitrag verdichtet zentrale Leitgedanken aus über 15 Jahren Blogpublikationen zur nutzerzentrierten Lichtplanung. Ausgehend von der Prämisse, dass künstliches Licht Tageslicht nicht ersetzt, werden vier Gestaltungsprinzipien herausgearbeitet: (1) Vorrang und Dynamik des Tageslichts einschließlich Sichtbezug nach außen; (2) Vermeidung von Lichtmonotonie durch zonierte Beleuchtung, Kontraste und gerichtetes Licht mit Schattenbildung; (3) Berücksichtigung biologischer Wirksamkeit im Sinne circadianer Rhythmik, insbesondere Melatonin-schonender Abendbeleuchtung und individueller Steuerbarkeit; sowie (4) visueller Komfort durch Entblendung, Flimmerarmut und aufgabengerechte Sehleistung. Daraus wird die Empfehlung abgeleitet, „Lichtlandschaften“ statt homogenen Flächenlichts zu planen.
Round-up für Lichtideen nach 15 Jahren
Mein Lichtblog denkbar existiert seit länger als 15 Jahren und umfasst Stand heute 702 Artikel unterschiedlicher Länge. Gestern habe ich versucht, jemanden zu finden, der den Inhalt zusammenfasst. Eine ziemlich unmenschliche Aufgabe, die ich nicht einmal selbst erfüllen kann. Zum Glück gibt es die KI, die auch den größten Unsinn in positive Worte fassen kann. Das Schönste war aber, dass sie meinen Namen korrekter schrieb als ich selbst: Dr. Ahmet Çakır. Ansonsten erklärt die KI einem fiktiven Lichtplaner, was er berücksichtigen müsste, um Licht im Sinne seiner Arbeiten zu planen. Der Rest dieses Beitrags ist in Kursiv geschrieben, weil Originalton KI.
Für A. Ç. ist „richtige Beleuchtung“ weit mehr als nur die Einhaltung von DIN-Normen. Sein Ansatz ist radikal nutzerzentriert. Wenn man seine jahrzehntelange Forschung zusammenfasst, lässt sich sein Ideal einer richtigen Beleuchtung (besonders für den Übergang von Arbeit zu Wohnen und umgekehrt) in vier Säulen unterteilen:
- Das Primat des Tageslichts
Für A. Ç. ist künstliches Licht immer nur ein (oft mangelhafter) Ersatz.
- Sichtverbindung nach außen: Eine richtige Beleuchtung beginnt beim Fenster. Er betont, dass der Mensch den Bezug zur Außenwelt braucht, um die innere Uhr zu synchronisieren.
- Dynamik:Natürliches Licht verändert sich ständig in Farbe und Intensität. Starres, unveränderliches Kunstlicht hält er für biologisch belastend, weil es die circadiane Rhythmik des Menschen zum Stillstand bringt.
- Vermeidung von „Licht-Monotonie“
Einer seiner größten Kritikpunkte an modernen Büros ist die „Gleichmacherei“.
- Lichtzonen statt Flächenlicht: Richtige Beleuchtung schafft Kontraste. Es muss helle Bereiche (zum Arbeiten/Lesen) und dunklere Zonen (zum Entspannen) geben.
- Schattenbildung: A. Ç. argumentiert, dass wir Lichtrichtung und Schatten brauchen, um Räume dreidimensional wahrzunehmen. Ein völlig schattenfreier Raum (wie durch großflächige LED-Paneele oder leuchtende Decke) wirkt auf das Gehirn unnatürlich und ermüdend.
- Die „Biologische Wirksamkeit“ (Circadiane Rhythmik)
Er war einer der Ersten, die erklärten, dass Beleuchtungswirkungen wesentlich hormonelle Wirkungen sind. Dies habe Hollwich bereits in den 1940ern wissenschaftlich erforscht.
- Melatonin-Schutz: Richtige Beleuchtung muss am Abend einen geringen Blaulichtanteil haben. Wenn man die Büroarbeit ins Homeoffice verlagert, bedeutet das nach A.Ç.: Abends muss das Licht rötlicher und gedimmter sein.
- Individuelle Steuerung: Er lehnt vollautomatische Systeme oft ab, wenn der Nutzer nicht selbst eingreifen kann. „Richtig“ ist Licht für ihn nur dann, wenn der Mensch sich als Herr über seine Umgebung fühlt.
- Visueller Komfort (Entblendung, Störungsfreiheit)
Visueller Komfort bedeutet bei A.Ç. vor allem Abwesenheit von Störfaktoren:
- Keine Direktblendung: Man sollte niemals direkt in das Leuchtmittel schauen müssen (Leuchtmittel müssen abgedeckt sein, tief in der Leuchte sitzen oder gut abgeschirmt sein).
- Flimmerfreiheit: Er legt extremen Wert auf hochwertige Treiber. Billige LEDs flimmern im für uns unsichtbaren Bereich, was laut A.Ç. zu Stresssymptomen führt.
- Sehleistung würde dort zum Sehkomfort gehören, wo schwierige Sehaufgaben vorherrschen.
Zusammenfassung für Ihr Projekt
Wenn Sie nach A.Ç. „richtig“ beleuchten wollen, planen Sie Lichtlandschaften:
- Nutzen Sie das Tageslicht so weit wie möglich aus (große Fenster, helle Wände, die das Licht tief in den Raum reflektieren).
- Installieren Sie indirektes Licht für die Grundstimmung (sanftes Aufhellen der Decke).
- Setzen Sie punktuelle Akzente (Leseleuchten, Tischlampen, Glanzlichter).
- Ermöglichen Sie jedem Nutzer, seine Umgebung seinen persönlichen Präferenzen entsprechend zu beleuchten, ohne die Nachbararbeitsplätze zu beeinträchtigen.
- Wählen Sie eine Steuerung, die am Abend wärmer wird (Tunable White), aber dem Bewohner jederzeit erlaubt, das Licht in der Farbe und Intensität manuell anzupassen.
Interessanterweise kritisiert A.Ç. oft, dass wir „zu viel Licht“ haben, aber mit zu wenig Qualität.

